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Einst im Mai: Wundenlecken auf Hiddensee Ossis, Wessis und Südis auf der Suche nach einer gemeinsamen Zukunft «Kennen Sie den? Was ist der Unterschied zwischen einem Türken und einem Sachsen?» Alexander U. Martens legt die rhetorische Witzpause ein, bevor er selbst die Antwort gibt: «Der Türke kann deutsch und hat Arbeit.» Guter Witz, da sind wir uns einig. Außer mir sitzen noch Peter Ensikat und ein sanfter älterer Herr mit Namen Ferdinand Schwenkner am Tisch. Der Martens hat früher mal Aspekte im ZDF moderiert, weshalb er hier auf der Ostseeinsel Hiddensee zu den bekannteren Gesichtern gehört. Auf der Überfahrt (dauert von Rügen aus eine dreiviertel Stunde) fragte mich Uwe Kolbe noch, wie der Typ heißt, und ich mußte passen. Der Name war auch mir entfallen. Nicht aber Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler — die kommen gelegentlich in mein Wohnzimmer, wenn auch nur auf dem Sony-Bildschirm, und von Marion Gräfin Dönhoff habe ich öfter mal Photos gesehen. Jetzt, im Frühjahr 1993, bin ich völlig hingerissen und ganz schüchtern, als sie im Gerhart-Hauptmann-Haus plötzlich neben mir an einer der Vitrinen mit den Handschriften steht. Eine wirklich schöne alte Dame mit gütigen Zügen und einem amüsiert-weisen Ausdruck im Gesicht. Noch jemand? Ja, freilich, ein paar Namen, die eifrige Feuilleton-Leser kennen: Ein Herr Greiner, nicht der Fußballprofi vom 1. FC Köln, sondern Ulrich von der Zeit, über den es in Tempo hieß, er hätte «eine Frisur, die wie ein Lampenschirm über dem Schädel, der Glühbirne, hängt». Und ein Wolfram Schütte von der Frankfurter Rundschau. Mit dem will ich nicht reden, der hat mich oft genug mit seinen Filmkritiken geärgert. Viel aufregender finde ich diese hübsche junge Frau da drüben, glatte, braune Haare bis fast auf die Schultern, feingeschittenes, schlankes Gesicht. Weiter als bis zum Augenflirt komm' ich auf der ganzen Tagung nicht. Am letzten Tag, wenn die Hiddensee Gespräche in der Dorfkirche von Kloster vom Saxtett aus Leipzig ausgesungen werden, will ich sie ansprechen, das nehme ich mir fest vor. Aber da ist sie schon abgereist. Mit dem Lampenschirm. Sie hieß Iris Radisch, sagt mir später der Konrad Franke, der für Regie und Besetzung mitverantwortlich war. Sie kommt ebenfalls von der Zeit. Ob sie in 50 Jahren auch so eine feine alte Dame sein wird wie Gräfin Dönhoff? Der Konrad arbeitet für Bertelsmann, den Veranstalter, und hatte mich eingeladen, um die Inzucht zu mildern, damit nicht wieder nur die immer gleichen Literaten und die sie verfolgenden Kritiker in maßloser Selbstüberschätzung und gnadenlosem -mitleid den eigenen Nabel anstarren. Meine These war nämlich: Wenn denn Autoren zum Sturz des DDR-Staates beigetragen haben, dann keiner von den hier versammelten, nicht einmal einer der abwesenden oder geschmähten Literaten. Viel größeren Einfluß hatten die Drehbuchschreiber von Dallas und Denver-Clan, nicht zu vergessen die Schreiber der Werbespots in ARD und ZDF. Als ich das dann vor dem Hauptmann-Haus dem Hansjürgen Rosenbauer zu erklären versuche (der war früher auch gelegentlich in meinem Sony), läßt er mich grußlos stehen und geht mit seiner Begleiterin von hinnen. Vorträge wurden gehalten, Gespräche vor sechzig Teilnehmern moderiert, über Abwesende wurde viel geredet, über Anwesende und Verwesende auch. Blitzgescheite, fremdwortgetränkte Ausführungen von redegewandten Intis (Friedrich Dieckmann, Ost, und Heinz-Ludwig Arnold, West) die mit dem Licht der Vernunft in die dunklen Winkel der Verwirrung leuchteten. Am letzten Abend sitze ich dann, mit leichtem Bedauern wegen Iris, neben dem netten, etwas deprimierten DDR-Dichter Heinz Czechowski (Nachtspur). Der hat eine intelligente, gutaussehende Ehefrau und sollte sich schon deshalb nicht in Depressionen suhlen, finde ich. Aber daß er seine Verwirrung angesichts der Zeiten den Versammelten preisgab, hat ihn mir sympathisch gemacht. Wie sagte Peter Ensikat, Textdichter des (Ost-)Berliner Diestel-Kabaretts, am Frühstückstisch? «Bei den Westdeutschen fällt mir immer auf, daß sie keine Fragen stellen.» Und: «Mein Gott, war das wirklich halb drei letzte Nacht? Ich glaub', ich bin immer noch besoffen.» Das kam vom trockenen Saale-Unstrut-Weißwein, dessen Lieferfirma die Bertelsmänner vielleicht für die nächste Tagung als Ko-Sponsor gewinnen sollten. Würde die Kosten erheblich reduzieren, denn so richtig angeregt schwirrten die Insel-Gespräche bis weit nach Mitternacht unter dem Reetdach des Hotel Seeblick, und der aufgekratzte Eifer, mit dem man sich kennenlernen wollte, hing schon auch mit dem Ossi-Wein und dem Störtebeker-Pils zusammen. Weniger trocken las Uwe Kolbe, Dichter und etwa Mitte dreißig, seine Thesen vor: «Wir haben zur Zeit gar keine deutsche Literatur. Alles was mich wirklich interessiert kommt von sonstwo her oder ist über hundert Jahre alt.» Keiner da, der Einspruch erhebt. Friedrich Schorlemmer, ein Pfarrer aus Wittenberg, charmant und augenscheinlich mit magnetischer Anziehungskraft für die Damenwelt versehen, verstand überhaupt nicht, was Quartett-Karasek mit seiner Einführung wollte: «Das Land kenn' ich nicht, von dem da die Rede war.» Von Abwesenden las er aus seinem orangefarbenen Schulheft, der quirlige Herr K.: Von Christoph Heins Napoleon-Spiel, von Jurek Beckers Amanda herzlos, von Christa Wolfs Was bleibt, von Reiner Kunze als Realfall (?), von Erwin Loest. Und von Günther Grass und Walter Jens, «die mit dem DDR-Schriftstellerverband genauso gekungelt haben wie Franz-Josef Strauß mit Schalck-Golodkowski.» Auch die: abwesend, verwest. Ein Beispiel für die feine Regie: mit Frau Löffler (Austria) und Andreas Isenschmid (Switzerland) waren neutrale Ringrichter bestellt, Südis, mit Andrzej Szczypiorski (kein Tippfehler!) ein wasch(zettel)echter Ausländer, out of Polen, Autor von Die schöne Frau Seidenmann, und keiner in meiner Hörweite, der dieses Buch nicht gelobt hätte. Der Schippiorski (so ähnlich spricht man das) konnte besser deutsch als die meisten Sachsen (s. o.), kokettierte aber gern damit, wie schlecht er es spricht, und ergötzte mit seiner charmanten, freigesprochenen Redeart: «Nationalismen haben eine wunderschöne Zukunft. Die Lage ist nicht entzückend.» Als er behauptete, fünfundachtzig Prozent aller Menschen seien dumm, ging eine spürbare Erleichterung durch den hübsch saunagetäfelten Raum mit den getönten Scheiben bis unters Reetdach. Er vergaß nur zu präzisieren: Das gilt auch für fünfundachtzig Prozent der Intellektuellen. Den Beweis dafür trat ein Herr Naumann aus Hamburg an: Auch wenn polnische Schriftsteller sich jetzt nicht mehr schreibend ernähren können und polnische Bauern nicht subventioniert werden und ihren Betrieb aufgeben müssen, so könne man doch nicht leugnen, daß sie heute freier sind als zu Zeiten des Sozialismus', redete er Herrn Szczypiorski zu. Da schleppte ich mein klopfendes Herz zum Saalmikrofon und tat Gegenrede: Blanker Zynismus, nannte ich solch praxisfern philosophierendes Freiheitsgelaber. Hinterher war er ganz schön wütend auf mich, der elegant gekleidete Herr N. Werd' ich mir wohl das Porto für unverlangt eingesandte Manuskripte an den Rowohlt-Verlag sparen können ... Aber schon am nächsten Tag kam ich neben ihm zu sitzen, weil ich den letzten freien Stuhl suchte und nur Iris im Auge hatte. Man kann einander schlecht aus dem Weg gehen auf Hiddensee. «Hier lebt man zusammen, und hier sterben die Leute zusammen, deshalb ist bei Beerdigungen die Kirche voll», sagte der Pfarrer von Kloster. Dank Bertelsmann war seine ganze Gemeinde zum Vokalkonzert des sächsischen Sextetts (daher der Name Saxtett) geladen, Eintritt frei. «Kommen Sie Sonntag wieder, zum Gottesdienst, da ist auch was los», beschied der geistliche Herr zum Abschied. Da spendete ich ihm fünf Mark für seine neue Glocke. Hätten Sie's gewußt? Nö. Na dann: Siebeunddreißig Prozent aller Polen arbeiten in der Landwirtschaft, dagegen nur sieben Prozent der Deutschen und elf Prozent der Franzosen — weiß ich von Schippi. Und während der Anteil deutscher Autoren bei uns dreißig Prozent am Literaturgeschäft beträgt (der Rest sind hauptsächlich Amis), lesen die Franzosen und Spanier zu fünfundfünfzig Prozent eigene Autoren. Und: Nur Lesen fördert das kategorische Denken, weshalb er sich eine rosige Zukunft ausmalt für den Bereich Buch, dem er im Konzern vorsteht, der Frank Wössner, Schlußredner und, wie's der Zufall so will, Bruder des obersten Konzernchefs. Die Rückreise führt durch offene Wunden, die Krauses Truppen ins Land schlagen: Endlose Kilometer durch sandige, von Bäumen und Pflanzen gesäuberte Geländestreifen, die bald asphaltiert zur sechsspurigen A 9 werden. Der Schrei der Erde aber wird von Planierraupen und Baggern überdröhnt. Lange vorher, in Greifswald, fällt mir ein Plakat auf: «Wer jetzt streikt, streikt gegen sich selbst» — Unternehmer-Propaganda zum Thema Kündigung der Tarifverträge. Einige Jahre erst ist's her, daß Streiks hier für unnötig gehalten wurden: Das Volk sei ja im Besitz der Produktionsmittel, und würde bei einem Streik, tja, doch nur gegen sich selbst streiken. Die Zeiten ändern sich, n'est-ce pas? Hans Pfitzinger Laubacher Feuilleton 6.1993, S. 2
Vom Eros des Zeitschriftenmachens Wie Monat für Monat Zeitschriften entstehen Immer wieder erhalten die Zeitschriftenredaktionen Zuschriften von Lesern, die anfragen: Wie schafft ihr es nur, jeden Monat und immer wieder, Gruner & Jahr-aus und jahrein, eine Monatszeitschrift an den Kiosk zu knallen? Es gibt darauf nur eine Antwort: Zeitschriftenmachen ist erotisch. Weil jeden Monat ungezählte Zeitschriften und Magazine auf den Markt kommen, haben wir schon begonnen, die Existenz von Hochglanzblättern als Selbstverständlichkeit anzusehen. Doch wer wirklich weiterfragt (und wir tun das mit zunehmendem Erfolg seit Jahren), der wird feststellen, daß der typische Zeitschriftenleser überhaupt keine Ahnung hat, wie denn so ein Monats- oder auch Wochenmagazin überhaupt entsteht (als herausragende Beispiele seien für beide Kategorien angeführt: Blähbauch — alles was Männer dick macht; Der Striegel — Das deutsche Reitermagazin). Nach neuesten Umfragen glauben immer noch 67,4 Prozent aller Alphabeten (der Anteil der Analphabeten unter den Zeitschriftenlesern wurde nicht berücksichtigt, nimmt aber zu), daß Magazine durch die Vereinigung von harten Druckplatten mit jungfräulichem Papier entstehen. Das ist nur zum Teil richtig, eine gewissermaßen auf die symbolische Ebene verlagerte Betrachtungsweise des tatsächlichen Zeugungsvorgangs. Denn auch im Zeitalter von Computersatz, Lichtsatz und elektronisch gesteuerten Druckmaschinen entstehen Zeitschriften auch heute noch wie vor hundert Jahren: Durch den Begattungsakt zwischen Redaktion (weiblich) und Verlag (männlich). Obzwar diese grundlegende Erkenntnis schon kurz nach der Erfindung der Druckerpresse durch Hieronimus Gutenzweck theoretisch formuliert wurde, gelang es doch bisher nicht, den Zeugungsvorgang begrifflich korrekt darzustellen. Wir bringen deshalb weltweit zum erstenmal eine wissenschaftlich fundierte Darstellung von der Zeugung einer Zeitschrift. Prüde Zeitgenossen werden uns jetzt vielleicht vorhalten, daß wir damit endgültig die Grenze des Schicklichen überschreiten und uns auf einer Ebene mit den einschlägig vorbelasteten Hochglanzgazetten wiederfinden. Doch ein wagemutiger Redakteur kann da nur mitleidig lächeln. Denn unser Blatt ist nicht nur interessant, einmalig und höchst renommiert, es ist auch außergewöhnlich erfolgreich. Weshalb wir auch die Übernahme der Hochglanz-Devise Nummer eins («Sex erhöht die Auflage») immer kategorisch abgelehnt haben. Auf der anderen Seite findet nicht der Hauch einer erotischen Regung statt. Und was hat es uns eingebracht? Richtig, eine galoppierende Auflagenerhöhung, von denen die sexistische Kampfpresse nur wunschträumen kann. Sogar die rosafarbenen Gummibärchen im Playbock und verwandten Publikationen bringen nicht mehr Auflage als unsere keimfreie sterile Fehlanzeige in Sachen Sex. Im Gegenteil: Mit zunehmender Prüderie in der Öffentlichkeit werden wir sogar noch zulegen, denn unser Blatt ist so konzipiert, daß man weder beim Kauf am Kiosk noch beim Lesen in der U-Bahn den Blick senken und einen roten Kopf bekommen muß. Doch genug der Abschweifungen, kehren wir zum Thema zurück: Der Entstehung des Monatsmagazins aus der Umarmung von Redaktion (weiblich) und Verlag (männlich). Jahrzehntelange Erfahrung im Zeitschriftenwesen hat uns gelehrt: Wer nicht anständig durchgebumst wird, wird es nie zur vollen Selbstbefriedigung bringen. Dieser nur scheinbar paradoxe Zusammenhang soll uns zunächst exemplarisch beschäftigen. Die Redaktion (verführerisch, treusorgend, passiv gebend, unten liegend) trägt nicht von ungefähr die Charakteristiken des Weiblichen, während der Verlag (fordernd, züchtigend, aggressiv, obenauf schwebend) ganz unverkennbar Züge ewiger Männlichkeit sein eigen nennt. Das Verhältnis zwischen Redaktion und Verlag wurde denn in der Fachliteratur als ähnlich dem einer langjährigen Ehegemeinschaft« bezeichnet. (vgl. das Standardwerk von R. Augstein, Wie bumse ich einer unbotmäßigen Redaktion wieder Verstand zwischen die Heftseiten? Hamburg 1972, S. 768 ff.). Und wie eine gute Ehe entsteht auch eine Zeitschrift durch harmonisch ausgewogenes Geben und Nehmen. So gibt der Redakteur zum Beispiel jeden Tag acht und mehr Stunden seiner Lebenszeit (tempus viva), die der Verlag großzügig als selbstverständlich hinnimmt. Wer lange Jahre nach oben gebuckelt und nach unten getreten hat, weiß, wovon wir sprechen. Das geht so von Montag bis Freitag. Gelegentlich nimmt der Redakteur auch noch Arbeit ins Wochenende mit, und gibt sie Montag früh dem Chefredakteur, der sie mit dem Ausdruck des Entsetzens nimmt. (Auch hier, wie in jeder Hierarchie, ein permanentes Geben und Nehmen). Wenn man dann vier Wochen lang seine Zeit vergeben hat, kommt man selbst mit Nehmen an die Reihe: Es trifft ein verschlossener Bogen Papier ein, auf dem in schwarzen Zahlen vermerkt wurde, wieviele Währungheiten der Verlag auf das Konto des Redakteurs transferiert hat und wieviel der Staat einbehält. Die wichtigste Frage bleibt aber unbeantwortet: weshalb es nie reicht. In Kreisen der Normalbevölkerung heißt dieser besondere Tag im Monat Zahltag, in der Zeitschriftenbranche hält sich noch immer hartnäckig Hurenlohn (nicht zu verwechseln mit Hurenkind, einer Bezeichnung aus der Setzersprache. Vgl. den Aufsatz von P. Boenisch: Wer kommt für den Unterhalt von Absätzen am Seitenanfang auf?). Doch, wie gesagt, der Verkehr zwischen Redaktion und Verlag beruht weitgehend auf dem Austausch zwischen gleichberechtigten, selbstbewußten Individuen, die jedoch gewisse Mittel zur Verhütung des Schlimmsten anwenden müssen. Das Schlimmste zu verhüten wird im heutigen Zeitalter von AIDS (Allgemeiner Interessenschwund an Deutscher Sachkunde) immer wichtiger. Denn was geschieht, wenn die Auflage sinkt? Nun, im allgemeinen bumst es dann gewaltig zwischen Redaktion (weiblich) und Verlag (männlich). Wir wollten eigentlich unerschrocken im Selbstversuch erproben, wie sich der Verlag im Falle eines Umsatzrückgangs verhalten hätte. Doch wurde uns von höchster Stelle mitgeteilt, daß auch eine kalte Reportage, das heißt, mit Material aus dem Archiv, ihre aufklärerischen Zwecke erfüllen würde. Nun denn, was wir aus der Geschichte lernen (und was wir Ihnen nicht vorenthalten wollen) ist Folgendes (auch als der 1. und 2. Satz der Publikationsdynamik bekannt): 1. Je höher der Posten desto rascher der Abgang. 2. Je größer die Abfindung desto dümmer der Redakteur. Wie Sie sich denken können, käme es keinem Verleger in den Sinn, einen Chefredakteur nur wegen sinkender Auflagen zu entlassen. In der Tat kommt das so gut wie gar nicht vor (nur in 0,0017 Prozent aller Fälle). Gewöhnlich (93,2 Prozent aller Fälle) trennt sich ein Verlag von seinem Geld (der Abfindung) und seinem Sexobjekt (dem Chefredakteur) aus Gründen «unterschiedlicher konzeptioneller Auffassung», was im Bereich des Ehelebens etwa der «unüberwindlichen Abneigung vor Schnarchen, Furzen und Nasenbohren» entspricht. In der Regel (vgl. O. Kolle, Liebe in der Regel — nie oder erst recht?), kann der Erfolg eines Heftes auch durch einseitige Inkompetenz kaum verhindert werden. Auch wenn der Verlag keine Ahnung hat, weshalb eine Redaktion gerade mikt dieser Art von Zeitschrift üppige Auflagen hubert — erfolgreich wird sie aus Gründen, die ähnlich geheimnisvoll im Dunkel liegen wie der Zusammenhang zwischen Frühling und Condomabsatz. Doch schafft es eine Redaktion, aus welchen Gründen auch immer, den Auflagenzeiger einer Erektion gleich nach oben schnellen zu lassen, dann kommt das den bekannten Gefühlen im Wonnemonat gleich. Der Verlag ist selig und nimmt den Gewinn, der Redakteur gibt sein Wochenende dran und nimmt die Arbeit mit nach Hause. Ja, geben und nehmen — nur so kann ein alle Beteiligten erfreuendes, strammes Magazin an den Kiosk gelangen. Hans Pfitzinger Laubacher Feuilleton 3,1992 S. 8
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